ÜBER MICH
Ich glaube nichts, nur weil es alle sagen.
Mein erstes Verhaltensexperiment habe ich mit sechs Jahren gemacht. Mein Großvater hatte behauptet, ein Bussard könne aus großer Höhe eine winzige Maus im Gras erkennen.
Ich legte eine Spielzeugmaus auf die Wiese und wartete unter dem Sonnenschirm.
Es dauerte nicht lange, bis der Vogel herabstieß – und kurz vor dem Zugriff merkte, dass hier etwas nicht stimmte, und abdrehte.
Mein Großvater hatte recht gehabt. Aber ich hatte nachgesehen. Genau das mache ich bis heute.
MEINE QUALIFIKATION
Was das für dich bedeutet
Bio-Studium
Auftrags forschung Bayer & BASF
Sach verständige LHundG NRW
Hunde- züchterin
Gründerin Hunde- Akademie GmbH
Ich habe an der Universität Gießen Biologie Diplom studiert und anschließend in der Auftragsforschung gearbeitet: für Bayer Crop Science in der Versuchstierkunde und in der Feldforschung, mit Studien für Auftraggeber wie BASF, mit Projektanträgen, Weiterbildung in Versuchstierkunde und enger Zusammenarbeit mit der Tierschutzbeauftragten im internationalen Team.
Das heißt konkret: Ich weiß, wie man eine Fragestellung so formuliert, dass sie überhaupt beantwortbar ist. Ich weiß, wie ein Versuchsaufbau aussieht, der einer Prüfung standhält. Und ich weiß, an welchen Stellen eine Studie kippen kann – weil ich diese Stellen selbst verantwortet habe. Deshalb glaube ich keiner Behauptung, nur weil hinten eine Quellenangabe klebt.
Wenn ich dir etwas erkläre, steht eine wissenschaftliche Basis dahinter. Wenn ich dir etwas rate, stecken über zwanzig Jahre Praxis darin. Und wenn ich deinem Hund begegne, dann mit vollem Gefühl.
WAS ICH BEI DEN WÖLFEN GELERNT HABE
Warum fast alle am Hund vorbeiarbeiten - mein Werdegang
Während meines Studiums habe ich im Hanauer Wildpark die Handaufzucht von Wolfswelpen begleitet. Dort habe ich Dinge gelernt, die im Lehrbuch anders stehen.
Zum Beispiel, dass ein Gruppenmitglied, das der Gruppe längere Zeit ferngeblieben ist, bei der Rückkehr erst einmal gemaßregelt wird. Das sieht nach Rangordnung aus, ist aber keine. Was hier stattfindet, ist eine Klärung: Eine Situation ist offen, und sie wird geschlossen. Wer klärt, entscheidet sich nicht über einen Rang, sondern über Kompetenz – über Erfahrung und Persönlichkeit. Daraus entwickelt jedes Tier über die Zeit seinen eigenen Klärungsstil, und daraus entsteht irgendwann eine Rolle.
Genau diese Rolle betrachten wir Menschen hinterher und pressen sie in unser liebstes Ordnungsschema: Hierarchie. Wir sehen ein Ergebnis und halten es für eine Struktur.
Kein Tier lebt hierarchisch. Und kein Hund ist eine Lernmaschine, die man mit Klicker und Leckerchen bedient. Beides sind menschliche Konstrukte – bequem, weit verbreitet und der Grund, warum so viele Halter mit ihrem Hund an eine Wand laufen, sobald es ernst wird.
Ab 2004 — Hundetraining, parallel zum Studium
Seit 2004 trainiere ich Hunde — am Anfang als Assistentin erfahrener Trainer, finanziert hat das mein Bio-Studium. Die Branche war damals jung. Jeder konnte sich „Hundetrainer“ nennen, ganz gleich, was er vorher gelernt hatte. Im Studium durfte ich drei Alaska-Wolfswelpen mit aufziehen — der Vergleich zum Wolf hat mir die ersten wirklich wichtigen Erkenntnisse über Hundeverhalten gebracht.
2010–2015 — Jahre in der biologischen Feldforschung
Zwischen 2010 und 2015 habe ich in biologischen Feldstudien gearbeitet — Tiere beobachtet, besendert, Daten gesammelt, Berichte geschrieben, die vor Behörden Bestand haben mussten. Dafür brauchte ich einen Beringerschein und einen Tierversuchsschein, weil jede Beobachtung nachvollziehbar und belegbar sein musste. Genau diese Disziplin — beobachten statt vermuten, belegen statt behaupten — ist die Basis für alles, was ich heute über Hundeverhalten sage.
2017 — Gründung Stahls Hunde
2017 habe ich mich selbstständig gemacht. Vorwissen aus Training, Studium, Zucht und der ständigen Ausbildung meiner eigenen Hunde war da — Bekanntheit nicht. Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert, bis sich die ersten Kurse gefüllt haben.
2020 — Sachverständige für das LHundG NRW
2020 habe ich die Prüfung zur Sachverständigen für das Landeshundegesetz NRW abgelegt, beim Landesamt für Ernährung, Verbraucherschutz und Umwelt. Seitdem beurteile ich amtlich, nicht nur fachlich.
2022 — Gründung der GmbH und der Onlinekurse
Die Pandemie hat vieles verändert — auch, wie Wissen vermittelt wird. „Bianca, ich hab da mal eine Frage“ habe ich in über 20 Jahren tausendfach gehört, immer dieselben Themen. Die Onlinekurse sind das Format dafür: mein Wissen, deine Antwort, ohne dass du auf einen Termin warten musst.
ZUCHT
Hundezucht seit 2007
Ich züchte seit 2007 — angefangen mit Deutsch-Drahthaar, heute Rauhhaar-, Langhaardackel und Gordon Setter. Im VDH zu züchten heißt: persönliche Eignung nachweisen, Kenntnisse über Zuchtgeschehen belegen, passende räumliche Bedingungen vorhalten. Meine Hunde müssen Gesundheits-, Wesens- und Ausbildungsprüfungen bestehen — ich bilde sie also genauso konsequent aus, wie ich es bei dir und deinem Hund erwarte.
MEIN EIN UND ALLES
Familie
Ich bin Mutter von vier Kindern — zwei Söhne, zwei Töchter. Das gehört genauso zu mir wie Biologie und Hundezucht: wenig Zeit, viel Erfahrung mit Bindung, Grenzen und dem, was wirklich trägt.
WORUM ES MIR GEHT
Der Blick in den Krater
Meine größten Lehrmeister sind meine Kinder und die Tiere. Beide haben eines gemeinsam: Sie können nicht höflich sein. Sie zeigen einfach, was ist – und stellen uns damit vor die Frage, ob wir bereit sind hinzusehen.
Für Tiere kann ich überhaupt nur dann etwas tun, wenn ich den Menschen erreiche. Denn Hunde spiegeln uns unser eigenes Verhalten. Sie geben uns einen Blick in uns selbst, so wie man in einen Vulkankrater schaut, der den direkten Blick ins Erdinnere freigibt.
Die meisten Menschen wollen diesen Blick nicht ertragen.
Für die anderen bin ich da.
WIE ES WEITERGEHT
Zwei Wege von hier aus
Arbeite mit mir
Individuelles Coaching, Gruppentraining oder Onlinekurs – finde heraus, was zu dir und deinem Hund passt.
Meine ganze Geschichte
Wo ich herkomme, wogegen ich arbeite und warum es mir nicht in erster Linie um Hunde geht.